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12. Februar - Hammerfest

Erstellt von Bernd Richter |


Viel Schnee und verschwundene Wege in Hammerfest.

Die Wetterprognose unseres Taxifahrers in Tromsö ist zum Glück nicht eingetroffen. Schon gestern in Kirkenes war es nur mäßig kalt und zeitweise klar. Heute wird es noch etwas milder, denn wir fahren wieder westwärts. Aber es liegt reichlich Schnee in der Finnmark, was wir heute noch spüren werden. Die Straßen werden höchstens mit Split abgestumpft; die Busse, LKW und die meisten PKW fahren mit Spikes. In allen bisher besuchten Städten sind auch die Fußwege selten frei, oft nicht einmal abgestumpft, so dass Touristen und auch Einheimische oft mit Stöcken oder Spikes laufen.

Den ersten Anlegeort am beginnenden Tag hat Birgit nicht erlebt, der Bericht des Vortages war wieder erst weit nach Mitternacht fertig. Havoysund hat mich auch zum zweiten Stopp fasziniert, als gegen 8.30 Uhr in den farbenfrohen Holzhäusern entlang der Küstenstraße noch das Licht zum Frühstück brannte. So konnte ich auch erreichen, dass ein Foto von mir (sicher das letzte) Aufnahme in den Blog gefunden hat.

Zwischen 11 und 13 Uhr legt die Nordlys mit leichter Verspätung in Hammerfest an. Vor der Einfahrt liegt im Soroysundet die Flüssiggasanlage „Schneewittchen“ auf der Insel Melkoya, zu der Gas aus der gesamten Region in Leitungen unterhalb des Meeresbodens geleitet wird. Der Hurtigrutenkai liegt direkt am Zentrum der nördlichsten Stadt der Welt, so dass man kurze Wege zu den Sehenswürdigkeiten hat. Ausnahme ist das eindrucksvolle Monument des Meridianbogens (vor Jahren besichtigt), zu Fuß zu erreichen vom Kai der anderen Kreuzfahrschiffe auf der gegenüberliegenden Nordseite des Sunds.

Wir haben uns den Sikk-Sakk-Veien auf den 86 m hohen Viewpoint Salen vorgenommen und kommen mit unseren Spikes zunächst auch gut voran. Nachdem etwa ¾ des kurvenreichen Aufstiegs geschafft ist, verschwindet auch das Geländer unter den Füßen ebenso wie die Fußspuren von Vorgängern. Hier sind wir wie alle Begleiter im meterhohen Schnee am Ende, aber die Speicher sind schon mit guten Übersichtsfotos auf halbem Weg gefüllt.

Es bleibt der Fußweg zur architektonisch beeindruckenden Hammerfestkirche von 1961 und dem gegenüberliegenden, tief verschneiten Friedhof mit der Grabkapelle, die als einziges Gebäude von der Zerstörung beim Rückzug deutscher Truppen im 2. Weltkrieg verschont wurde. Auf dem Rückweg noch die üblichen Hammerfestfotos und ein Blick in den Eisbärenklub, dann legt die Nordlys ab und noch im Sund zieht sich die Wetterküche zusammen.

Nach Durchfahren des langen Soroysundets wird Oksfjord angefahren. Es ist schon ziemlich dunkel, so dass der steuerbordseitige Oksfjordjokelen mit der davor liegenden Siedlung nur schwer ins Bild kommt. Er kalbte früher als einziger Gletscher Norwegens direkt ins Meer. Aber die Zufahrt auf den Anlegeort ist auch bei diesen Lichtverhältnissen beeindruckend. Und im Hafen kann Birgit in der blauen Stunde permanent Aufnahmen vor allem vom Ladevorgang machen. Er erstreckt sich nämlich entgegen der Ansage „kurzer Aufenthalt“ auf fast eine Stunde, da der einzige Stapler von Oksfjord allein 22 Big Bags und viele Fischkästen  in die Nordlys befördert.

Am Abend setzt Schneefall ein, die gute Nordlichtvorhersage für die nächsten Stunden erfüllt sich damit nicht.     

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Kirche in Hammerfest
Kirche in Hammerfest

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Bemerkungen :

  • user
    Dirk Hebestreit 13.02.2019 um 22:05
    Ich finde dass das Foto von Bernd gut gelungen ist, und durchaus einen Platz im Blog verdient hat. Außerdem hat Birgit ja dieses Motiv verschlafen.
    Ansonsten gefällt mir der Blog sehr gut, insbesondere bin ich von den Polarlichtaufnahmen total überwältigt.